Besuch der Süleymaniye Moschee

Süleymaniye Moschee Dormagen - Quelle: Wikimedia Commons Urheber: Günther Pabst
Süleymaniye Moschee Dormagen - Quelle: Wikimedia Commons Urheber: Günther Pabst

Besuch der Süleymaniye Moschee in Dormagen

Im Rahmen des Jahres Programms „Sakrale Bauwerke im Rhein-Kreis Neuss“ lud der Kreisheimatbund zum Besuch der Süleymaniye Moschee in Dormagen ein und über 20 Teilnehmer hatten sich eingefunden um mehr über das Leben und die Gebräuche rund um eine Moschee zu informieren.

Die Moschee ist ein neues Gebäude, das erst 2022 nach fast zehnjähriger Bauzeit fertiggestellt wurde. Das erscheint auf den ersten Blick eher lang, wenn man sich aber vor Augen führt, dass alles aus Spenden finanziert wurde und mit viel Eigenleistung erbaut wurde, macht das nicht nur Sinn sondern zeigt auch welch ein starker Gemeinschaftsgeist hier vorhanden ist.

Die Moschee befindet sich auf einem 5.400m2 großen Grundstück, der Gebetsraum bietet auf zwei Etagen mit 550m2 rund 700 Personen Platz zum Gebet. Zusätzlich gibt es noch einen großen Mehrzwecksaal für Feste, Vorträge und andere Veranstaltungen, allerdings ohne Alkohol und zu lauter Musik. In dem Gebäude befinden sich auch noch Räume in denen Jungen und Mädchen Religionsunterricht erhalten.

Die Gemeinde besteht aus rund 400 Mitgliedern, die sich nicht nur zum traditionellen Freitagsgebet versammeln, denn die Moschee ist ein Ort zum täglichen Treffen, Beten und Meinungsaustausch und damit ein Zentrum der Gemeinschaftlichkeit.

Alle, außer dem Iman, arbeiten ehrenamtlich und nur der Iman erhält von einer übergeordneten Stelle sein Gehalt. Interessant war, dass die Predigt des Imans für das Freitagsgebet nicht individuell verfasst wird, sondern einheitlich von der DITIB in Köln und an alle 857 Gemeinden versandt wird, sodass bundesweit ein einheitlicher Text gepredigt wird. Die Basissprache dabei ist arabisch, wobei der Text auch in Türkisch und Deutsch verfügbar ist. Die Texte in der Moschee sind arabische Kaligraphien, die Texte aus dem Koran wiedergeben. Die Gemeinde selber besteht vorwiegend aus türkischstämmigen Männern, Frauen und Kindern, wobei die meisten aber die deutsche oder doppelte Staatsangehörigkeit haben und vor allem die jüngeren sind alle in Deutschland geboren. Allerdings finden mittlerweile auch einige wenige Muslime aus anderen Ländern, z. B. Syrien und Afghanistan, ihren Weg in die Moschee und auch die sind herzlich willkommen.

Die beiden ehrenamtlichen Mitglieder der Gemeinde führten die Besucher durch das Gebäude und beschrieben anschaulich, offen und detailliert die Abläufe, Rituale und Vorschriften und die Besucher bekamen so einen sehr informativen Einblick in das Leben einer Gemeinde. Es wurde deutlich, dass jeder der interessiert ist, jederzeit als Besucher willkommen ist und an den Festen und Veranstaltungen teilnehmen kann.

 

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